Unsichtbare Seile
Dieser Eintrag ist für all jene geschrieben, die unter ihrer Fähigkeit mitzufühlen leiden.
Vielleicht kennst du das auch: Du hast mit einem Freund gesprochen, dem es nicht gut geht, und nachher geht es dir auch nicht mehr gut. Du leidest dauerhaft darunter, dass nahestehende Personen nicht so leben oder glauben, wie du denkst, dass es das Beste für sie wäre.
Du fühlst dich verantwortlich, die Probleme deiner besten Freunde, Familienangehörigen oder anderen nahestehenden Personen zu lösen. Du empfindest Gespräche mit Menschen häufig belastend, fühlst dich hilflos und verzweifelt, wenn du traurige Geschichten hörst.
Du musst regelrecht damit kämpfen, die Probleme anderer Menschen aus dem Kopf zu bekommen, andernfalls beschäftigen dich deren Mitteilungen oft tagelang.
Die gute Nachricht: Es muss nicht so bleiben, wie es ist. Dazu musst du weder ein kaltherziger Ignorant, noch eine depressive Wohltäterin werden, es gibt einen dritten Weg!
Menschen, die unter ihrem Mitgefühl für andere leiden, beschreiben die Auswirkung häufig als eine Art „unsichtbares Seil“. Das Gefühl „festgekettet zu sein“, „nicht loslassen zu können“ raubt Freude am Leben, Kraft, die man für andere Dinge dringend gebrauchen könnte und Freiheit, die jedem Menschen zusteht.
Was du tun musst:
- Frage dich, aus welcher Motivation du helfen möchtest.
Unter Umständen musst du feststellen, dass du hilfst, um dich selbst nicht länger hilflos und minderwertig zu fühlen, deine eigene Angst vor üblen Lebenslagen in Griff zu bekommen oder um deine eigene Vorstellung von einem guten, erfolgreichen Leben umgesetzt zu sehen. - Bekenne jede unlautere Motivation freimütig, damit du Freiheit erlangst.
Breche im Namen Jesu jede quälende, seelische Bindung, die dich an bestimmte Menschen fesselt.
Setze bildlich gesprochen den/ die Andere in sein/ihr eigenes Boot, auf dem er/sie ganz in Freiheit auf den Wassern Gottes fahren darf. Du musst weder Boot noch Insassen festhalten, lenken oder antreiben. Gott hat seinen eigenen Weg mit jedem Mann und jeder Frau. - Sage deutlich vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt, dass der/ die Andere frei ist, der Mensch zu sein, den Gott in ihr/ihm sieht.
- Gewöhne dir hilfreiche Rituale an. Z.B. kannst du dir zur Vorbereitung eines Gesprächs von Gott ein Bild oder einen Eindruck für die jeweilige Person geben lassen. Z.B. kannst du nach einem Problemgespräch im Gebet die Last von dir schütteln und dich anschließend neu von Gottes Frieden und Freude erfüllen lassen (bevor du in die nächste Situation hineingehst).
- Erinnere dich täglich an die Wahrheit, die frei macht: Jesus ist der Retter, nicht du.
Vielleicht fragst du dich jetzt: Was kann ich dann überhaupt noch für den Anderen/ die Andere tun?
Nur eine Sache: Beten, dass der König einzieht.
Klingt einfach, und das ist es auch. Vor allem mit zunehmender Übung. Frieden und Freiheit gehören dir. Pass auf, dass es so bleibt.
„Vor allen Dingen hüte dein Herz, denn aus ihm kommt das Leben.“ Sprüche 4,23


13. September 2010 







Danke für diese wertvollen Worte!!!
Ich kenne das auch so gut, dass mich die Gefühle anderer herunterziehen. Es geht mir nicht mit jedem Menschen so, aber bestimmt Personen habe dann mit ihren Problemen so eine “Macht” über mich, meine Gefühle und meine Gedankenwelt.
Danke für Eure Tipps, es hilft wirklich nur abgeben, bekennen, freisetzen, das “Boot” des anderen loslassen, sich im Gebet in Verbindung mit dem Heiligen Geist vorbereiten. Ich glaube, manchmal kann es auch sein, dass wir mit unserem Wunsch nach “Helfen” Gott im Weg stehen.
Ich werde Eure Punkte im Herzen behalten!
Liebe Grüße
IRMy