„…und er ging betrübt davon.“
Heute morgen wurde ich an eine Geschichte erinnert, die ich schon seit Kindertagen kenne und die mich nie sonderlich angesprochen hat: Die Geschichte vom reichen Jüngling.
Der reiche Jüngling ist ein strebsamer, gottesfürchtiger, junger Mann, der aus echtem Interesse fragt, was er abgesehen von den Zehn Geboten tun kann, um das ewige Leben zu bekommen.
Jesus gibt ihm folgende Antwort: „Geh hin und verkaufe alles, was du hast, gib es den Armen, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!“ (Markus 10, 21)
Für all diejenigen unter uns, bei denen der akute Reichtum noch nicht ausgebrochen ist, dürfte die Pointe der Geschichte („leichter kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes“) vermutlich wenig relevant sein. So ging es mir auch. Bis heute Morgen.
Der junge Mann geht deshalb traurig von dannen, weil er etwas zurückhält. Er tut bereits viele gute Werke, er ist ernsthaft interessiert an der Meinung Jesu, er lebt ein gottesfürchtiges Leben. Und trotzdem hält er etwas zurück vor seinem himmlischen Vater. In seinem Fall ist es sein Hab und Gut. Reichtum ist nicht nur relativ, sondern auch auf anderen Feldern als auf dem Bankkonto zu verorten.
Egal an welchen Dingen du reich bist, seien es Gefühle, Sorgen, Freunde, Fähigkeiten, Schwächen: Die Freude und den Frieden des Reich-Gottes-Lebens erlangst du nur, wenn du nichts von alledem zurückhältst.
Der Impuls sich selbst oder Dinge, die einen betreffen, vor Gott zurückzuhalten, erfolgt nämlich nicht aus Glauben. Vielmehr bringen uns Enttäuschung, Sorgen, Angst, Misstrauen, Besserwisserei, falsch verstandene Selbst- Kontrolle dazu, uns selbst vor Gott zurückzuhalten.
Auf der Suche nach der Freude im Heiligen Geist bin ich auf das größte Hindernis auf dem Weg zu ihr gestoßen: Den Impuls etwas vor Gott zurückzuhalten, das zu uns gehört, uns betrifft, vielleicht sogar bedrückt. Vielleicht kennst du Momente, in denen du so fokussiert auf deine Enttäuschung über ein nicht erhörtes Gebet bist, dass du dieses Gefühl in jedes weitere Gebet mit hineinnimmst. Vielleicht gibt es Sorgen in deinem Leben, die du aus dem Gespräch mit Gott heraushältst. Weil sie „zu dir gehören“, „weil sie deine Sache sind“. Vielleicht bringst du manche Anliegen nicht zu Gott, weil du denkst, dass er unmöglich für ‚derartige Angelegenheiten‘ zuständig ist.
Die Resultate falsch verstandener Zurückhaltung sind unangenehm:
- Du gehst aus Gebetszeiten oder Gottesdiensten „betrübt “ hervor
- Du lebst auf einem mehr oder minder erträglichen Maß, statt in der Fülle Gottes
- Die intimste und wichtigste Beziehung deines Lebens wird immer oberflächlicher
Dies sind nur drei Anhaltspunkte, die dich ermutigen sollen, dein Herz zu fragen: Hältst du irgendetwas zurück vor Gott?
Wenn du dir eine tiefe Beziehung zu Gott und die Fülle seiner Freude und seines Friedens für dein Leben wünscht, dann gib dich,- egal ob du auf dem Konto oder in anderen Bereichen reich bist-, restlos hin. Halte nichts zurück.
Denk an die guten zwischenmenschliche Beziehungen in deinem Leben. Auch hier ist es ein Ausdruck von Vertrauen, sich einem Anderen in allen Dingen anzuvertrauen. Vertrauen ist so grundlegend, dass ohne dieses Fundament eine tiefe Beziehung unmöglich ist.
Jesus sagt zu Martha: Nur wenn du vertraust, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen. (Johannes 11,40) Also: Trau dich, trau Gott!
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9. August 2010 







Hallo zusammen!
Deine Ermutigung kann ich nur bestätigen.
Ich selbst erlebe, wie heilsam es auch ist sich Jesus immer mehr ganz auszuliefern. Niemand kann ich mehr Vertrauen als ihm, niemand hilft mir durch meinen Alltag so wie er. Aus meinem eigenen Leben weiß ich auch, wie es ist vor Jesus weg zu laufen, alles zurück zu halten. Kann nur jeden ermutigen, vertrau Dich Jesus an mit allem was Dich ausmacht.
Nach vielen, vielen Jahren von Drogenmissbrauch und ständigen Psychatrieaufenthalten; hat Jesus mich so gnädig an der Hand genommen. Bin ganz aus Deutschland raus seit Ende Sep. letzten Jahres, habe eine eigene Wohnung und Arbeit. Jesus ist so gut, Stück für Stück hat er mich geführt, nie hat er mich überfordert, er war ist immer an meiner Seite. Im Moment geht er von einem Tag zum nächsten mit mir, Vertrauen zu ihm ist und wächst immer stärker.