Tourguide
Angenommen du bist leidenschaftlicher Jäger, eine exzessive Jägerin. Du hast die Möglichkeit an einer aufregenden Safari inmitten eines riesigen Gebietes voller außergewöhnlicher Tiere teilzunehmen. Du entscheidest dich: Ja, ich will die Gelegenheit ergreifen, ich will auf Safari gehen.
Du steigst in den Flieger, du siehst unter dir das aufregend schöne Land. Am Flughafen angekommen befindest du dich in einem riesigen Gewimmel von Menschen, die dir als Gast aus fernem Land ihre Hilfe anbieten. Tourguides, Taxifahrer, Busse und Touristikagenten scheinen sich um dich zu reißen.
Du wählst einen Tourguide, der dir nicht nur sehr clever und sympathisch erscheint, nein, er spricht glücklicherweise auch deine Sprache und er verspricht dir, dich an die schönsten Orte des Landes zu führen. Er kenne die einsamsten Strände, die besten Restaurants, die höchsten Berggipfel. Du nimmst sein preisgünstiges Angebot und die versprochenen Bequemlichkeiten gerne an.
Ergreifende Sonnenuntergänge, ausgesuchte Speisen, exquisite Hotels und samtweiße Strände siehst du dank deines Tourguides in nur wenigen Tagen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Es ist Zeit um abzureisen.
Bereits im Flieger sitzend, das aufregend schöne Land unter dir, fällt dir der eigentliche Zweck deiner Reise ein: Du kamst um auf Safari zu gehen. Du bist Jäger/in und hast weder dein Gewehr noch dein Fernglas benutzt, keines der begehrten seltenen Tiere gesehen. Trotz aller erfahrenen Annehmlichkeiten fliegst du unbefriedigt nach Hause.
Eine traurige Urlaubsgeschichte, magst du denken. So ist es. Sie ist trotz aller Annehmlichkeiten traurig.
Nehmen wir an, du suchst Gott. Du willst mehr von ihm, du willst dich freuen, wie „einer, der große Beute macht“. (Psalm 119,162)
Der Heilige Geist spielt in meiner traurigen Urlaubsgeschichte die Rolle eines Tourguides, der nicht „gebucht“ wurde. Er hat sowohl die Fähigkeit, als auch die Erfahrung und die Kühnheit, unseren Jäger ans Ziel seiner Träume zu bringen. Das Entscheidende: Er alleine ist dazu in der Lage. Jeder andere Ratgeber, Touristikagent oder Schlauschwätzer eben nicht.
Auch wir versuchen Gott zu finden, ihn anzubeten oder gar nachzuahmen mit Hilfe von ungeeigneten Fremdenführern. Einer der ungeeigneten, und dennoch beliebten, ist unser Verstand. Er spricht unsere Sprache, er strahlt Sicherheit und Überlegenheit aus und er ist allerorten ein angesehener Gesprächspartner. Ohne Zweifel, dein Verstand erfüllt wichtige Aufgaben, und ja, er spricht unsere Sprache. Und dennoch heißt es in der Bibel: „wer ihn anbetet, muss dies im Geist und in der Wahrheit tun“. (Joh. 4,24) In ihm sollen wir „wandeln“, heißt es in Galater 5,25. Geistgeleitet statt triebgesteuert, geistregiert statt kopfgelenkt, geisterfüllt statt angstgetrieben sollen die Erlösten leben.
Die gute Nachricht ist, dass Gott will, dass du ihn findest. Er will, dass du von ihm erfüllt bist, er will, dass du voller Freude bist. Dazu hast du seinen Geist als Tourguide, seinen Atem, der dich antreibt, der dich beruhigt, der dich lebendig macht.
Auch wenn der Heilige Geist durch den Glauben in dir wohnt, kann es sein, dass er nicht viel Raum in dir findet. Vielleicht kommt er gar nicht zu Wort bei all dem anderen Geschwätz, das deine Gedanken und Gefühle überflutet. Auch wenn der Heilige Geist in dir wohnt, muss dies nicht bedeuten, dass du seiner Stimme traust. Es ist nicht so, dass wir von ihm ‚ferngesteuert‘ werden, er drängt sich uns nicht auf. Wenn du deinen Verstand, deine Erfahrungen, deine Mitmenschen oder andere Autoritäten höher achtest als den Tourguide Gottes, dann kannst du nicht deiner Bestimmung gemäß leben, die für dich vorgesehene Fülle in Gott erfahren. Unbefriedigt wie unser Jäger kommst du am Abend nach Hause.
Der einzige Fremdenführer, der Gott in- und auswendig kennt, ist sein Geist. Entweder du vertraust dich ihm an oder aber du buchst dir einen Fremdenführer, der dich zwar an viele Orte, aber nicht an den, an den du am dringendsten gehen solltest, bringt. Als Gottes Kind gehörst du auf den Schoß deines Vaters, an sein Herz, in seine Herrlichkeit.
Falls du das nicht erfährst, liegt es nicht daran, dass der Vater nicht bereit ist, dich zum empfangen, sondern daran, dass du versuchst ihn mit Hilfe deines Verstandes, deiner Gefühle, der Gemeinschaft von anderen, zu finden. Ohne Erfolg.
Nur in und durch seinen Geist kannst du deinen Gott erkennen. Vertrau dich dem richtigen Tourguide an und hör auf seine Stimme.
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2. August 2010 







Ein schönes Bild, danke! Bin gerade auch wieder dran an dem Thema Geistleitung – die entscheidende Frage ist also: WIE höre ich die Stimme des Geistes. Bzw. Lege ich genug fremde Stimmen ab, damit ich sie überhaupt hören kann…
AMEN!
Wie oft “buchen” wir die Fremdführer und sind frustriert, dass wir nicht da ankommen, wo wir eigentlich hinwollen!
Den Heiligen Geist immer besser zu hören, erfordert Übung, Übung, Übung! Das passiert nicht einfach von alleine, dass wir plötzlich besser hören. Es ist nötig, Ihn jeden Morgen neu einzuladen, sich auf Ihn einzulassen, Beziehung mit Ihm leben … dann werden wir Seine Stimme immer besser “heraushören”!
Tolles Bild, Danke!