Reise mit leichtem Gepäck

Aus Glauben zu leben oder im Glauben Schritte zu gehen, fühlt sich manchmal an wie Fliegen. Man hebt vom sicheren Boden ab, verliert den festen Grund unter den Füßen und befindet sich nun in einer anderen Sphäre: Dem Reich des Windes, der freie Luft. Schön und ungewohnt zugleich.

Vor einigen Tagen machte ich einen Spaziergang, ich sah diese Abflugphase vor mir und fühlte mich gleichzeitig angestrengt. Da flüsterte Gott mir zu: „Du brauchst dich nicht mit deinen Armen in die Luft strampeln. Lass dich von meinem Wind in die Luft heben. Ich trage dich in die Höhe. Dann ist es ganz leicht.“ Ganz nach dem Motto: „Der Herr wird für euch kämpfen und ihr werdet stille sein.“ (2.Mose 14,14)

Viel Leid und Plackerei kommen daher, dass wir Lasten tragen, die wir nicht tragen müssen.

Jesus ermutigt uns, genau hinzusehen, welches Joch (Last) auf unseren Schultern liegt. Das Erkennungszeichen für seine Last ist ihre Leichtigkeit und Sanftheit. „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“(Mt. 11,30) Paulus warnt uns eindringlich davor, das einmal losgewordene knechtende Joch wieder aufzunehmen, ganz so als sei keine Befreiung geschehen. (Gal. 5,1)Wir treten die Freiheit, die Jesus für uns erkämpft hat, mit Füßen, wenn wir uns erneut von anderen Autoritäten, eigenen Fehlüberzeugungen und dem Druck dieser Welt Lasten auflegen lassen. Damit machen wir zunichte, was als vollständige und für alle Zeiten hinreichende Erlösung gedacht war.

Die schlichte Nachfrage „Herr, trage ich fremde Lasten oder sind es Aufgaben, die du mir anvertraut hast?“ kann viel verändern. Mit einem Mal siehst du, dass du Fremd-Gepäck mitschleppst, das deine Schritte schwerfällig macht. Du erkennst nun, wie dich dein Gewissen, dein Umfeld, deine eigenen Erwartungen gebeugt haben, nicht die Hand Gottes.

Plötzlich erfährst du, dass Gott dir zwar Aufgaben anvertraut hat, aber dass er dich nicht alleine mit ihnen lässt. Er will dir eine Strategie an die Hand geben, damit du deine Aufgaben erledigen kannst. Er will, dass du ankommst. Du sollst weder verzweifeln, noch ausbrennen. Er lässt dich nicht alleine im Regen stehen und erwartet, dass du dich abstrampelst. Auf seine Stärke sollst du deine Hoffnung setzen. „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein“, heißt es in Jesaja 30,15. Das „sanfte Joch Jesu“ geht einher mit dem Frieden und der Ruhe Gottes. „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, …, so werdet ihr Ruhe für eure Seelen finden!“ (Mt. 11,29)

Freude an seiner Stärke ist das Erkennungszeichen der befreiten Kinder Gottes. Das unübersehbare Erkennungszeichen der Gepäckträger unliebsamer Lasten ist: Sie sehen angestrengt und abgequält aus, ihr Mund ist voll Klagen und ihr Denken voll Unwillen.

Bevor du dich auf den Weg machst, prüfe dein Gepäck. Je leichter das Gepäck, je leichter der Gang.

Bevor du die Lasten schulterst, lass dir die göttliche Strategie zeigen. Je vorbereiteter der Weg, je sicherer das Ankommen.



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1 Antwort zu “Reise mit leichtem Gepäck”

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