„…und er ergrimmte im Geist…“

Einer der erfolgreichsten christlichen Heiler der Gegenwart ist Curry Blake. Er sagt (sinngemäß übersetzt): „Um Sünde und Krankheit zu überwinden, müssen wir Sünde und Krankheit verabscheuen, wir müssen sie hassen, um uns und andere davon zu befreien.“
Das ist ein Schlag vor den Kopf von allen, die sagen: „Nimm die Krankheit als einen Teil von Gottes Weg für dich an“ oder „Nimm dich an, auch mit allen Fehlern (Sünden), die in deinem Leben sind“.
Gebete im Stil von „Herr, wenn du willst, so nimm meinem Bruder doch diese Krankheit…“ oder „wenn es dein Wille ist, dass ich geheilt werde, so tu es, wenn nicht, hilf mir die Krankheit anzunehmen“ sind damit als ungültig/ unwirksam erklärt.

Zu Recht, wie ich finde. Das Neue Testament berichtet nämlich nicht nur vom ‚lieben Jesus‘, der Barmherzigkeit in alle Himmelsrichtungen verstreut, sondern hier habe ich neben dem berühmtesten Zornausbruch Jesu im Tempel-angesichts von Schrott und Profitgier im Haus Seines Vaters- im Johannesevangelium (11,33) in der Geschichte von Lazarus folgenden Satz entdeckt: „und er ergrimmte in seinem Geist und wurde sehr bewegt (angesichts der Nachricht von dem soeben verstorbenen Lazarus)“. An anderer Stelle (Matthäus 17,17) lesen wir, wie Jesus spürbar verärgert ruft: „O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt den besessenen Knaben zu mir!“

Jesus, Sohn Gottes, Ausdruck höchster Liebe, hatte also durchaus Momente, in denen er alles andere als „sanftmütig und duldsam“ war. Es gab Momente in seinem Leben, in denen er angesichts von geballter Sünde (Tempelhändler), gehäuftem Unglaube (erfolglose Dämonenaustreibung) und offensichtlichen Herrschaftsansprüche Satans (verfrühter Tod des Lazarus‘) zornig und rabiat war.

In jedem der genannten Fälle sind Zorn und „Ergrimmen im Geist“ nicht Selbstzweck, nach dem Motto „was ich schon immer mal sagen wollte: Ihr kotzt mich an“, sondern der Zorn Jesu hat immer ein klares Ziel: Schutz des Heiligtums und Bewahrung der Anbetungsstätte (Vertreibung der Händler), ein ungebrochenes Ja zum Leben (Auferweckung des Lazarus) und der dringende Wunsch nach vollmächtig agierenden Jüngern (Die Befreiung des Besessenen).

In keinem dieser Fälle zaudert Jesus („Vielleicht sollte ich der Sünde ihren Lauf lassen?“) oder zweifelt („Vielleicht ist es der Wille meines Vaters, dass Lazarus vor seinem Alter stirbt?“) oder zeigt Verständnis („Hm, der Besessene ist bestimmt ein schwerer Fall, deshalb können das meine Jungs noch nicht…“).

Das ist unser Jesus: Rabiater und unbeugsamer Widerständler gegen Sünde, Krankheit und Unfreiheit. Barmherzig und liebevoll zu allen, die ihn und sein Reich suchen.
Nimm dir ein Beispiel an Ihm, wenn du mal wieder verständnisvoll an der falschen Stelle bist, wenn du annimmst, was nicht zu dir gehört, wenn du schwach bist, obwohl du bevollmächtigt bist.



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2 Antworten zu “„…und er ergrimmte im Geist…“”

  1. Ich liebe diese Wahrheiten!!! Danke!

  2. Es ist auch ein Schlag vor den Kopf für jeden Christen, der glaubt, seine Sünde ist ein Teil von Gottes Weg oder der glaubt, dass Gott seine Sünde schon irgendwann irgendwie automatisch wegnehmen wird…

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