Glaubt ihr nicht an die Auferstehung…
Ostern ist da, das Fest der Auferstehung Jesu. Die meisten Menschen in unserem Land denken an Ostereier suchen, Frühlingsanfang und die Kreuzigung Jesu, wenn sie Ostern hören. In den Evangelien werden die drei entscheidenden Tage als Geschichten des Zweifels (Zweifel= Herausforderung zum Glauben) erzählt. Denken wir an den Weg nach Emmaus, oder die Geschichte von Thomas. Die Jünger auf dem Weg mögen sich gefragt haben, ob sie Beruf, Haus und Familie umsonst aufgegeben haben, um sich nun erneut ohne ihren Helden durchs Leben zu schlagen. Thomas will Jesus anfassen, um sicherzugehen, dass es tatsächlich der ‚echte‘ Jesus ist, der vor ihm steht.
Damals wie heute ist die Auferstehung (und nicht in erster Linie die Kreuzigung), das Ereignis, das unseren Glauben herausfordert.
Während die Existenz des historischen Jesus mittlerweile auch unter Atheisten, Wissenschaftlerinnen und Agnostikern nahezu unbestritten ist, wirft der „Verbleib“ dieses Menschen Jesus eine Menge mehr Fragen auf, hier scheiden sich die Geister. Was den Verstand und viele neuzeitliche Überzeugungen zu sprengen droht, ist die Auferstehung, nicht das Leben oder der Tod Jesu. Auch atheistische Gutmenschen erkennen die Ethik Jesu als vorbildlich an. Dazu ist kein Glaube notwendig.
Paulus fordert die Korinther eindringlich dazu auf, an die Auferstehung zu glauben. Er schreibt: „Ist Christus nicht auferweckt worden, so ist auch euer Glaube nichtig.“ (1. Kor. 15,17) Drastischer kann man nicht sagen, dass es ohne die Auferstehung nicht geht. Mit der Auferstehung steht und fällt der christliche Glaube. Denn: „Hoffen wir nur in diesem Leben an Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen.“ (1. Kor.15, 19) Damit ist gesagt, dass die Anerkennung des vorbildlichen Wandels Jesu auf Erden, wie auch die Predigt vom einzigartige Liebesakt am Kreuz nicht ausreichen, um Jesus als den Sohn Gottes anzubeten, der er ist. Die Verkündigung des guten Lebens Jesu garantiert noch keine Erlösung, die Predigt von der Kreuzigung ohne die Auferstehung zu erwähnen ist eben nur die halbe ‚frohe Botschaft‘. Wenn Jesus nicht auferstanden ist, dann haben auch wir keine Hoffnung auf Auferstehung. Dann können wir zwar die Siege Jesu über Krankheit und Sünde feiern, den Sieg über den Tod aber könnten wir nicht feiern, wenn Jesus im Grab geblieben wäre.
Wer Christus verkündigt ohne die Auferstehung, der ist ein Geschichtenerzähler, der seine ZuhörerInnen nach Hause schickt ohne das Ende der Geschichte, auf das sie sehnsüchtig und mit Spannung gewartet haben, zu verraten. Blöde Veranstaltung, denke ich. Jesus ist nicht irgendein Märtyrer, kein Held, der gekommen ist, um dann zu verschwinden. Christen haben nicht nur (durch den Kreuzestod Jesu) ein versöhntes Verhältnis zu Gott, sondern auch ein ewiges, unzerbrechliches Leben in Gott.
Denn „er ist auferstanden als der Erstling“ (1. Kor. 15,20f), eine neue Ordnung ist angebrochen, eine Ordnung, die durch die Wiederkunft Jesu vollendet wird. Die Überschrift zu diesem Siegeszug lautet „Vernichtung des letzten Feindes“. „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. … Der Tod ist verschlungen im Sieg.“ (1. Kor. 15,54)
Wer an die Auferstehung glaubt, der glaubt an das Happy End in seinem Leben. Was immer uns hier an Geschäftigkeit, Sorgen oder Nöten beschweren mag, wird eines Tages nichts mehr wiegen. Es wird aufgelöst sein, in ein Vollbad aus Herrlichkeit, in das wir dann steigen.
Weil Jesus auferstanden ist, dürfen wir singen „Mein Erlöser lebt“. Und weil er lebt, können wir leben. Und zwar anders als der Rest der Welt! Weil Jesus auferweckt wurde, sind wir, -jede(r), die/ der an die Auferstehung glaubt-, „sind mit ihm auferweckt worden“ (Kol. 2,12). Das ist der Grund, warum wir ‚erweckt‘, hellwach durchs Leben gehen dürfen, in dem gigantischen Selbstbewusstsein, dass die gewaltige Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat, in uns lebt. (Rö. 8,11) Die unbeschreibliche Auferstehungsmacht Gottes lebt in dir und mir. Wenn uns das nur immer klar wäre…
Dazu können wir uns nur Paulus anschließen, der sagte: „Ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung“ (Phil. 3,10), das will ich.
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4. April 2010 







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