Die Goldmine-Ein Nachruf
Viele Menschen geraten beim Nachdenken über ihre Familie in Aufzählungen, was sie alles nicht hatten, das gefehlt hat und was nicht gut gelaufen ist. Dabei hat das Nachdenken über offen gebliebene Wünsche und unerfüllte Bedürfnisse durchaus einen Platz im Leben: Vor allem in der Pubertät und Adoleszenzphase ist es entwicklungspsychologisch geradezu unverzichtbar, ein kritisches Resümee zu ziehen, um sich von Eltern, alten Traditionen und der Kindheit zu lösen.
Erwachsenwerden ist ohne Abgrenzung schlichtweg nicht möglich: Oft erkennen wir gerade dann, wer wir sind, wenn wir sagen können, was wir nicht wollen. Bei allem Respekt für eine kritische Abrechnung mit der eigenen (Familien-)Geschichte macht die dauerhafte Fokussierung auf die Defizite der eigenen Erziehung und Kindheit arm und lebensunfähig.
Arm ist, wer den Reichtum im eigenen Leben nicht sehen und vor allem nicht würdigen kann.
Lebensunfähig ist, wer auch im fortgeschrittenen Alter die Schuld für eigenes Versagen immer noch bei den widrigen Umständen (Erziehung, Verhältnis zu den Eltern etc.) sucht. Beides verhindert, die Goldminen im eigenen Leben zu nutzen und selbstständig zu leben.
Ich denke in diesen Tagen über eine solche Gold-Ader in meinem Leben nach. Ich liebe alles, was mit Sprache zu tun hat: Lesen, Schreiben, Sprechen und Schweigen.
Das verdanke ich nicht mir selbst, sondern vielmehr meinem Opa, der die größte Leseratte in meiner Familie gewesen ist. Ihm verdanke ich viele durchgelesene Nächte, die Lektüre von Philosophen wie Emerson, Thoreau und Fromm -alle drei haben Anteil daran, dass ich überzeugte Christin geworden bin- und vieles mehr. Vor allem die Leidenschaft und das sichtbare Vergnügen, die das Lesen und Schreiben meinem Opa bereitet haben, waren ansteckend und tragen wesentlich zu meiner (Bildungs-)Geschichte bei.Viele Menschen geraten beim Nachdenken über ihre Familie in Aufzählungen, was sie alles nicht hatten, das gefehlt hat und was nicht gut gelaufen ist. Dabei hat das Nachdenken über offen gebliebene Wünsche und unerfüllte Bedürfnisse durchaus einen Platz im Leben: Vor allem in der Pubertät und Adoleszenzphase ist es entwicklungspsychologisch geradezu unverzichtbar, ein kritisches Resümee zu ziehen, um sich von Eltern, alten Traditionen und der Kindheit zu lösen.
Erwachsenwerden ist ohne Abgrenzung schlichtweg nicht möglich: Oft erkennen wir gerade dann, wer wir sind, wenn wir sagen können, was wir nicht wollen.
Bei allem Respekt für eine kritische Abrechnung mit der eigenen (Familien-)Geschichte macht die dauerhafte Fokussierung auf die Defizite der eigenen Erziehung und Kindheit arm und lebensunfähig.
Arm ist, wer den Reichtum im eigenen Leben nicht sehen und vor allem nicht würdigen kann.
Lebensunfähig ist, wer auch im fortgeschrittenen Alter die Schuld für eigenes Versagen immer noch bei den widrigen Umständen (Erziehung, Verhältnis zu den Eltern etc.) sucht. Beides verhindert, die Goldminen im eigenen Leben zu nutzen und selbstständig zu leben.
Ich denke in diesen Tagen über eine solche Gold-Ader in meinem Leben nach. Ich liebe alles, was mit Sprache zu tun hat: Lesen, Schreiben, Sprechen und Schweigen.
Ich verdanke meiner Familie noch weitaus mehr als das. Es ist nur ein Beispiel, das dir heute helfen soll, die Goldminen, die Gott in dein Leben gelegt hat, zu ehren und dankbar zu nutzen.
Reich ist, wer den Reichtum im eigenen Leben sehen und würdigen kann.
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12. Januar 2010 







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