Schnell wachsende Gemeinden gründen oder Jünger machen?
Dave DeVries, Gemeindegründer, Pastor und Missiologe schreibt auf seinem Blog einen Beitrag über das Buch “Planting Fast Growing Churches” von Stephen Gray.
Gray hat 52 Gemeinden analysiert, die kaum oder gar nicht wachsen, und 60 Gemeinden, die sehr schnell wachsen, dann hat er die Unterschiede zwischen den beiden Modellen dokumentiert.
Das haben auch schon andere vor ihm gemacht, trotzdem finde ich das Ergebnis spannend. Die Gemeinden, die sehr schnell gewachsen sind, hatten unter anderem folgende Eigenschaften:
-Die Gemeindegründer hatten intensiven emotionalen sowie finanziellen Beistand
-88% der schnell wachsenden Gemeinden hatten schon vor dem Start ein Gemeindegründungsteam
-92% der schnell wachsenden Gemeinden boten 3 oder mehr Gruppen an, an denen man teilnehmen konnte (Jugendgruppe, Gottesdienst, Worship Team, Kindergruppen)
-Das Predigen vom richtigen Umgang mit Finanzen: Wenn von Anfang an darüber gelehrt wurde, stiegen die Chancen, dass mehr Besucher kommen
Außerdem listet DeVries noch die 21 (für ihn) wichtigsten Faktoren für Gemeindegründung auf. Hier mal die ersten 5, den Rest kann man auf seinem Blog nachlesen:
1. Diagnose der Ausgangslage- Eine Einschätzung der Gemeindesituation durch ein Institut
2. Finanzen – Finanzielle Unterstützung
3. Vollzeit- Gründer – Die meisten schnell wachsenden Gemeinden wurden von Vollzeitlern gegründet.
4. Kürzere Unterstützungszeit – Eine finanzielle Unterstützungszeit von ca. 2 Jahren, nicht mehr.
5. Zusätzliche Finanzierung – Viele schnell wachsende Gemeinden fanden zusätzliche Einnahmequellen, z.B. staatliche Förderung
Wenn man sich die 21 wichtigen Punkte so durchliest, weiß man ungefähr, was man alles schon selbst falsch gemacht hat, oder falsch machen kann.
Gleichzeitig zeigt das Buch Möglichkeiten auf, schnell wachsende Gemeinden zu gründen.
Die Frage ist nur, ist das denn wirklich unser Auftrag?
Ist unser Auftrag möglichst schnell eine große Menschenmasse zu sammeln (die meisten davon Christen, die aus anderen Gemeinden kommen und den Lobpreis oder den Kinderdienst in der neuen Gemeinde besser finden) – denn das ist möglich, wenn man die im Buch genannten Punkte einfach abhakt und befolgt?
ODER, ist unser eigentlicher Auftrag Jünger zu machen?
Meiner Meinung nach steht in Matthäus 28,19-20, ganz deutlich, dass es darum geht in erster Linie “Jünger zu machen”, sie zu taufen, sie zu lehren und schließlich zu Menschen zu machen, denen Zeichen und Wunder nachfolgen und die wiederum neue Jünger machen – auch Multiplikation genannt.
Natürlich ist es toll, wenn man beides gleichzeitig unter den Hut bekommt und eine große Menschenmenge zu Jüngern machen kann. Aber meistens braucht das seine Zeit. Und natürlich sieht es nach außen hin erstmal flau aus, wenn die eigene Gemeinde nicht nach X Jahren aus X Leuten besteht, aber wenn man wirklich Jünger macht, dann haben 50 Leute oftmals eine viel größere Auswirkung als 300!
Gleichzeitig ist es nicht sinnvoll, wenn christliche Kreise entstehen, die zwar seit X Jahren im Prozess sind, Jünger zu werden, aber keine Frucht tragen und in ihrer christlichen Festung sitzen und sich mit den Menschen ‚da draußen’ nicht mehr verständigen können, weil sie zu lange aufeinander gehockt haben.
Zusammengefasst die (für mich) wichtigsten Punkte:
1. Wir sind als Gemeindegründer dazu berufen, Jünger zu machen und nicht einfach nur Menschen um uns zu sammeln. – Matthäus 28,19-20
2. Menschen zu Jüngern zu machen ist ein Prozess der oft länger dauert, aber sich gleichzeitig auch sehr lohnt, da ein richtiger Jünger ein starker Multiplikator wird.
3. Der Prozess des “Jüngerwerdens” beinhaltet auch von Anfang an Frucht zu bringen und nicht, sich in einer christlichen Scheinwelt zu verkriechen.
Bin gespannt auf eure Meinungen und viel Spaß beim “Jünger machen” :) !
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16. Nov, 2009 









ich bin auch für beides, aber manchmal stehen “alte” gemeindeformen dem “jünger machen” im weg. wohin mit menschen die interesse haben, wenn einem die eigene gemeinde so peinlich ist, daß man niemanden mitnehmen will. die meisten gemeindeformen passen nicht wirklich zum lebensstil der menschen um uns herum. klar ist jesus wichtiger und so, und er kann das auch daß es trotzdem “klappt” aber ich bin schon dafür unnötige hindernisse aus dem weg zu räumen. letztendlich ist es ja aber auch ne auftrags- und berufungssache oder? ist halt beides wichtig, man darf beides nicht aus dem blick verlieren, aber jeder sollte halt das machen, wofür sein herz brennt.