Wirkungsvoll
Komme gerade von einem tollen Wochenende in Speyer. Vineyard Speyer rocks. Neben der Konferenz hat mich vor allem eine Sache fasziniert: Die Herzlichkeit, die die Gastgeber-Gemeinde ihren Gästen zeigt. Sich innerhalb von knappen drei Tagen schon ‚wie zuhause‘ zu fühlen, ist nicht selbstverständlich. Ganz nebenbei ist mir hier klar geworden, was (zumindest für mich) entscheidend ist, wenn es um eine Gemeinschaft mit Wirkung geht. Drei Stichworte: Herausforderung, Ermutigung und Liebe.
Gemeinschaften, in denen der herausfordernde Faktor (in Leben und Lehre) fehlt, gleichen einem Gefährt ohne Kraft. Allen Beteiligten scheint nicht klar zu sein, wohin die Reise gehen soll. Vergleicht man Gemeinschaften mit Autos, so ist Herausforderung der röhrende Motor des Gefährts. Man merkt sofort: Hier steht kein rostiger Drahtesel, sondern eine Rennmaschine.
Herausforderung alleine genügt jedoch nicht. Es ist dann ungefähr so, wie wenn man vor einem beeindruckenden Gefährt steht, aber keine Gelegenheit sieht, um einzusteigen. Schlimmer noch: Die herausfordernde Heiligkeit einer Gemeinschaft wirkt derart erschlagend, dass du dich klein und unfähig fühlst. Die Überzeugungen, die eine Gemeinschaft bestimmen müssen deshalb herausfordernd und ermutigend sein. Wenn diese Punkte nicht gegeben sind, fühlen sich BesucherInnen entweder unter Druck gesetzt oder gelangweilt. Im ersten Fall distanzieren sie sich, weil sie denken „das schaffe ich sowieso nicht“, im zweiten Fall bleiben sie fern, weil sich nichts in ihrem Leben verändert.
Eine herausfordernde und ermutigende Lehre, sowie leidenschaftlicher Lobpreis sind wichtig, wenn es um christliche Gemeinschaft geht. Diese Dinge allein garantieren dennoch nicht, dass Menschen sich zuhause fühlen. Offen gezeigte Liebe ist die Straße, auf der der tolle Flitzer fährt. Ohne Straße kommt selbst ein Ferrari nirgendwo an. Menschen mögen fasziniert sein, von bombastischem Lobpreis, Wunder-Taten und lebensveränderndem Input. Sich einer Gemeinschaft anschließen werden sie sich dennoch nicht, wenn die Offenheit fehlt. Ohne Herzlichkeit und offen gezeigtes Interesse an Menschen laufen die Gaben, die Gott einer Gemeinschaft anvertraut hat, ins Leere.
Ich möchte dich heute ermutigen, die ‚Wirkung‘ der Gemeinschaft, in der du dich befindest, zu beleuchten:
-Werden Menschen in eurer Gemeinschaft herausgefordert ihrem königlichen Ruf entsprechend zu leben?
-Werden Menschen ermutigt, an Gottes Verheißungen dranzubleiben?
-Werden (neue) BesucherInnen willkommen geheißen und in eure Gemeinschaft integriert?
Vielleicht sind diese entscheidende Fragen, wenn es darum geht, eine Gemeinschaft mit Wirkung zu werden.
Selbst wenn es an dem einen oder anderen Punkt mangelt, gibt es Wege eine Veränderung einzuleiten.
-Wenn die Herausforderung zu einem Leben im Glauben fehlt, dann sucht euch neuen Input: z.B. inspirierende Gemeinschaften oder Seminare besuchen, Bücher verschlingen oder SprecherInnen einladen. Wenn ihr nicht herausfordernd lebt, werden eure BesucherInnen vermutlich auch nicht herausgefordert.
-Wenn die ermutigende Wirkung fehlt, dann überlegt gemeinsam, ob euer Streben nach Heiligung zur Gesetzlichkeit verkommen ist. Tut Buße für Religiosität und Hochmut, erinnert euch an die Gnade, der wir alles zu verdanken haben.
-Wenn es euch schwer fällt, neue Leute willkommen zu heißen, lasst euch von Begrüßungsritualen in anderen Gemeinschaften inspirieren und sucht den Weg aus, der euch am ehesten entspricht. Beauftragt Menschen in eurer Mitte, denen Freundlichkeit leicht fällt, so dass sie sich gezielt um neue BesucherInnen kümmern können. Erfindet neue Gelegenheiten, mit deren Hilfe BesucherInnen integriert werden können. Einfachster Weg: Open your house.
Herausforderung, Ermutigung und (offen gezeigte) Liebe. Diese Drei braucht es meiner Ansicht nach, um Gemeinschaft mit Wirkung zu sein.
Wo ein Wille, da ein Weg.

05. Nov, 2009 







habt ihr toll geschrieben! xoxo mary
Überführende Fragen! Danke für die Denkanstöße!
Euch wünsche ich überfließenden Segen und vor allem Seine spürbare Anwesenheit und Versorgung!
Liebe Grüße!
Supi!