Stehendes Gewässer

schwaeneSonntag sind wir am Aueweiher in Fulda spazieren gegangen. Sonnenuntergang. Ein romantisches Fischerhäuschen aus Backsteinen am Wasser. Erinnerungen. Licht auf allen Blättern, rennende Kinder, fröhliche Hunde, alle in Sonntagsstimmung. Ich auch. Strahlend, froh gesinnt. Doch dann schwenkt mein Blick auf das Gewässer. Umgeben von glänzenden Bäumen liegt der kleine See stehend, unbeweglich. Kahle Baumstümpfe ragen aus dem Wasser. Absterbende Äste. Tod liegt in der Luft. Irritierend. Umgeben von Herrlichkeit ein stehendes, faulig gewordenes Gewässer.

Zeiten der Stagnation fühlen sich genau so an. Die glänzenden Bäume, das leuchtende Sonnenlicht richten nichts mehr aus. Sie berühren uns nicht mehr. Weil wir zum Stehen gekommen sind. Brüten im eigenen Saft, nennt das der Volksmund. Oder: Wer rastet, der rostet.

Ekliger Zustand, dazu ist, glaube ich keiner gemacht. Im stehenden Gewässer sammeln sich Mücken und Fliegen. Modernde Müllansammlungen auf und unter der Wasseroberfläche. Fäulnis an allen Ecken. Eine gesunde Flora und Fauna sieht anders aus. Die braucht neben Licht und Luft auch Wasser.

Ich auch. Wasser, fließend, hell, klar brauche ich. Damit ich ‚im Fluss‘ bleibe, statt zu vergammeln. Geistlich gesehen tritt dieser Stagnationszustand vor allem dann auf, wenn ich Gottes Wort aus dem Weg gehe. Braten im eigenen Saft. Macht stinkend und modernd. Gottes Wort ist die Dusche, die ich dringend und regelmäßig brauche. Dann kommt Bewegung in die modernden Gewässer und Veränderung in das trübe Einerlei.
Ich bin eine Freundin von Bewegung. Du auch? Dann steig aus dem stehenden Gewässer aus!

„Wie der Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, mein Gott!“ (Ps. 42,2)
„gereinigt durch das Wasserbad Seines Wortes“ (Eph. 5,26)

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1 Antwort zu “Stehendes Gewässer”

  1. Braten im eigenen Saft – gut.
    Brüten im eigenen Saft – schlecht.

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