The place to be

Es gibt Orte, die zu verlassen, weh tut. Das geht mir so mit Berlin. Die dreieinhalb Tage dort waren so schön, dass es sich leer anfühlt nicht mehr dort zu sein. Schon seitdem ich 17 bin, will ich eines Tages nach Berlin ziehen. Leider ist es noch immer nicht soweit.
In Frankfurt bin ich gerade, weil es besser für mich ist. Noch. Berlin ist der Ort, an den es mich immer wieder zieht. Langfristig.
Orte sind mir sehr wichtig, seitdem ich denken kann. Weil Orte etwas machen mit denen, die sich an ihnen aufhalten. Der Ort, an dem du stehst, beeinflusst dich, deinen Lifestyle, deine Gesprächskultur und vieles mehr. Orte sind die Verdichtung von Gerüchen, Geschichten und Gebräuchen. Was ich an Berlin besonders mag, ist die Verdichtung höchst interessanter und liebenswerter Details. Ich mag, wie die U-Bahn- Eingänge dort riechen; selbst die Hausflure riechen in Berlin anders, besser, wie ich finde, als sonstwo. Ich mag den Humor, das Lebenstempo, die Intelligenz und die Unkompliziertheit seiner BewohnerInnen. Das Essen passt mir, die endlose Zahl an Etablissements bieten für jede Stimmungslage etwas, Hunde dürfen ins Kino, die Natur rund um Berlin ist schlichtweg bezaubernd. Kurzum: The place to be. My place to be.

Versteh‘ mich nicht falsch: Berlin ist nicht besser oder schlechter als andere Orte. Die Frage, die man sich nur von Zeit zu Zeit stellen sollte, lautet: Bin ich, bist du, an dem Platz, wo wir sein sollten?

Ich glaube, es gibt für jeden Mensch mindestens einen Ort, an dem das Gefühl aufkommt: Hier bin ich richtig. So will ich leben. Hier ist es gut zu sein. Auch wenn man sich manchmal denkt: Egal wo ich lebe, mein Leben gehört Gott. Ja klar, ist auch so. Mir ist nur aufgefallen, dass Orte anscheinend nicht nur für mich wichtig sind, sondern auch im Leben von neutestamentlichen wie alttestamentlichen HeldInnen, und Jesus persönlich, von entscheidender Bedeutung waren.

Abraham zog im Glauben aus in ein Land, das er nicht kannte. Mose wuchs in Ägypten auf, und wurde dann berufen gen Kanaan zu ziehen. Rahab war am richtigen Ort zur richtigen Zeit, um zwei Kundschafter bei sich zu verstecken und damit das Leben ihrer Familie zu retten. Ester war zur richtigen Zeit am richtigen Platz um für ihr Volk einzutreten. Jesus weinte über Jerusalem und wurde dort getötet. Sein Leben fand mit aller Absicht unter dem auserwählten Volk Gottes statt, nirgendwo sonst. Philippus empfing eine detaillierte Wegbeschreibung von Gott, um dem Kämmerer aus Äthiopien von Gott zu erzählen. Nachdem dieser sich taufen gelassen hat, wird Philippus erneut an einen bestimmten (nicht irgendeinen) Ort gebracht, wo er das Evangelium verkündigen sollte. Ananias erhielt sogar einen Straßennamen und eine genaue Ortsangabe, wo er Paulus (damals noch Saulus) aufsuchen sollte, um ihm die Hände aufzulegen. Der Beispiele sind viele.

Der richtige Ort schafft das passende Surrounding für deine Berufung. Du hast etwas, was an dem Ort, an den Gott dich ruft, der Veränderung, Vertiefung oder Erweiterung bedarf, bzw. hat der Ort etwas, das dich verändert, vertieft oder erweitert. Wenn du weißt, welche Orte dein Herz berühren, dann hast du schon einen beträchtlichen Teil des Puzzles namens „Deine Berufung“, zusammengesetzt.

Go for it! The place to be.



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