Die Jesus-Ära

„Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens.“

Ich habe eine Predigt von Bill Johnson gehört, die mich sehr berührt hat, und möchte euch empfehlen, diese Predigt anzuhören. Für alle, die weniger gut Englisch verstehen, möchte ich die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Johnson spricht davon, dass wir oft Gedankensysteme konstruieren, um das Scheitern und das Schlechte, das Christen widerfährt zu erklären. Die Motive dafür sind vor allem menschlich und meist nicht böse gemeint. Nicht nur mir, sondern vielen Menschen hilft es, Dinge, die schwer sind, erklären zu können. Eine rational klingende Erklärung schafft Überblick über das Unübersichtliche, eine logische Überlegung schafft Distanz zum Umgang mit Leid(enden).

Unter Christen wird die Suche nach Erklärungen für das Unerklärliche meist mit Erklärungen über Gottes Motive verbunden. „Gott wollte mir durch die Krankheit zeigen, dass…“ „Vielleicht wollte Gott den Verstorbenen vor Schlimmerem bewahren.“ „Gott konnte mich durch meine Krankheit viel stärker benutzen.“ „Gott möchte dir nach deinem schweren Verlust sicher etwas Besseres schenken.“ „Gott bricht dem Schaf ein Bein, um es vor schwerwiegenderen Unfällen zu bewahren.“ „Gott offenbart sich vor allem im Leiden. Schließlich hat auch Jesus gelitten.“ „Gottes Wege sind höher als unsere.“ „Das Christen leiden müssen, steht ja auch in der Bibel.“…

Die Liste der Erklärungen, warum Krankheit, Verlust und Zerstörung über Christen kommen, ist vermutlich unendlich. Für Menschen, die in einer akuten Leiderfahrung stecken ist der ‚Trost-Wert‘ solcher Erklärungen begrenzt. Und kann langfristig -soweit sie diesen Glauben schenken-, sogar schädlich für ihr Gottesbild sein. Denn wer möchte schon einem Vater vertrauen, der seinen Kindern das Notwendige zum Leben wegnimmt? Wer kann sich jemandem hingeben, der notfalls das Leben zerstört, um damit seine eigenen Zwecke zu verfolgen? – Ich nicht. Einem solchen Gott möchte ich weder glauben noch sehe ich mich veranlasst diesen Glauben zu verbreiten.

Die maßgebliche Offenbarung Gottes für Christen ist in der Person Jesu geschehen. Es gibt keinen Propheten und keine Prophetie, die dies ‚toppen‘ könnte. Die Fleischwerdung Gottes in der Gestalt Jesu ist ein hinreichendes (kein unvollkommenes) Werk gewesen. Er setzt den Standard für das christliche Leben, nicht alttestamentliche Propheten, Hiob oder andere biblische ‚Helden‘. Johannes ist der letzte Prophet des Alten Bundes, mit Jesus beginnt ein neues Zeitalter und der Neue Bund. Dieser basiert nicht auf einer Ablehnung des Gesetzes und des Alten Testaments, sondern auf dessen Erfüllung. „Es ist vollbracht“, heißt dann nicht nur, dass der Leidensweg Jesu vollbracht, sondern auch die Erfüllung der alttestamentlichen Gesetze vollendet ist. Unser Blick soll sich von nun an auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens richten und nicht auf alttestamentlich gestützte oder selbstgebaute Erklärungen für Krankheit, Tod und Ungerechtigkeit. Weil diese von Jesus überwunden wurden. Eine neue Ära beginnt mit Ihm, in der wir durch die Überwindung Jesu von Tod und Ungerechtigkeit (Sünde), vor Gott gerecht und wohlgefällig gemacht und mit der Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat, ausgestattet worden sind. Sein Überwinder-Geist steckt in uns.

Dies verhindert leider nicht, dass kein Leid mehr geschieht. Dies ist leider auch keine Garantie dafür, dass wir uns immer verhalten wie Jesus sich verhalten hätte, wenn wir zu Kranken, Toten oder Niedergeschlagenen gerufen werden. Dennoch ist Jesus der Standard und nicht das, was „alle gemacht hätten“, unsere Gewohnheit oder alttestamentliche Bibelstellen. Ich will aufhören, das Unerklärliche durch Gedankensysteme, die die Offenbarung Gottes in Jesus kleinreden, zu erklären. Dann will ich lieber eine Lücke lassen, statt mit meinen Erklärungen das Ausbleiben des Jesus-Standards zu zementieren. Ich will nicht schönreden und geistlich verbrämen, wenn Menschen nicht geheilt werden, zu früh sterben oder andere Formen von Zerstörung geschehen. Gott hat seinen Willen und seine Macht in der Person von Jesus hinlänglich bewiesen und zur Schau gestellt. Sein Wille ist die Rettung jedes Menschen. In den Wunden Jesus sind wir heil geworden. Davon zeugen sein Wort und das Leben Jesu. Jede Erklärung, jede Vorgehensweise, auch jede Unterlassung, die nicht mit der Person und dem Wirken Jesu in Einklang zu bringen ist, offenbart folglich nicht den Willen des Vaters.

Jesus heilte alle, die ihn fragten. Jesus befreite alle Gebundenen, die ihm über den Weg liefen. Jesus überwand nicht nur den Tod anderer Menschen, sondern auch seinen eigenen. Jesus befähigte seine Jünger dasselbe zu tun. Darauf will ich schauen.

„Darum lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens.“ Hebr. 12,2
„Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ (das griechische Wort ‚sozo‘ meint ‚heil‘ im ganzheitlichen, also auch körperlichen Sinn) 1. Petr. 2, 24
„Gott sandte seinen Sohn um die Welt zu retten.“ Joh. 3,17
„Der Dieb kommt um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben, ich bin gekommen, damit sie das Leben im Überfluss haben.“ Joh. 10,10

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2 Antworten zu “Die Jesus-Ära”

  1. Sehr gute Predigt (und generell sehr guter Podcast!).

    Hier der Link zum kostenfreien Podcast der Bethel Church:
    http://www.ibethel.org/features/podcast/?page=75
    Dort ist es möglich diese und andere Predigten als mp3 runterzuladen.
    Es ist die Predigt vom 20.07.2009.
    Im kostenlosen Bereich von Bethel-TV kann ich “It’s all about Jesus” nicht finden.

    Zum runterladen ohne iTunes:
    http://www.ibethelmedia.org/sotw/podcast.xml.php
    allerdings gibt es da nur die 5 letzten Predigten.

  2. AMEN! AMEN! AMEN!!! *hüpfundspringundfuchtelmitdenarmen*

    Es tut soooooooo gut, das zu lesen… DANKE!

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