„Completion“ oder „Die Schlagkraft erhöht sich durch das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln“
Heute schreibe ich über einen Traum Gottes. Den Traum, der ihn bewegte Männer und Frauen zu schaffen und zusammenzustellen.
Gott als Vater der Herrlichkeit und Fülle, der Ganzheit und aller Kreativität hat uns als seine Ebenbilder zu dieser Fülle und Ganzheit geschaffen. Das Zusammensein und –arbeiten von Männer und Frauen soll diesen Reichtum zum Ausdruck bringen. Nicht alleine, sondern zusammen, sind wir ganz. Nicht alleine, sondern zusammen, sind wir der Leib Christi.
Oft vertiefen wir uns in Schwächen oder unverständliche Verhaltensweisen, die der Eine oder die Andere hat. Häufig wünschen wir uns in einer Beziehung mehr beachtet und gewürdigt zu werden. Die Auseinandersetzung mit Unterschiedlichkeit, gegenseitige Beachtung und Würdigung sind wichtige Bestandteile zwischenmenschlicher Beziehungen, keine Frage. Wenn allerdings die Auseinandersetzung miteinander das Zentrum der Beziehungen ist, dann wirken Freundschaften, Gemeinden oder Ehen so, als hätten die Beteiligten vollauf mit sich zu tun. Ganz so als gäbe es kein ‚höheres Ziel‘, keine gemeinsame Vision. Kaum ist eine Klippe überwunden, taucht der nächste Fels auf, der bei Seite geräumt werden muss. Und so weiter und so fort.
„Liebe heißt nicht sich gegenseitig anzusehen, sondern gemeinsam in eine Richtung zu sehen.“
Nach Albert Camus
Ich bewundere und genieße alle Ehepaare, die starke Teams sind. In solchen Ehen wird für mich der Traum Gottes sichtbar: Ein gemeinsamer Fokus statt Selbstbezogenheit. Die unterschiedlichen Facetten der Liebe Gottes werden geballt sichtbar. Einer hilft dem Anderen in seiner Schwäche auf. Die Schlagkraft erhöht sich durch das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln.
Ich habe mir immer gewünscht, eine Ehe zu führen, in der die Beteiligten ihr Leben teilen, im Sinn von Leben ‚leichter machen‘, ‚vereinfachen‘ und ‚Herausforderungen teilen‘. Praktisch heißt das für mich in Ehe, Freundschaft und Gemeinde gabenorientiert zusammenzuarbeiten: Jeder macht das, was er oder sie gut kann. Das, was allen schwer fällt, teilt man. Ich erwarte nicht, dass Alex den gleichen Blick auf Menschen und Situationen hat, wie ich, sondern freue mich, dass mein Horizont durch seine Ansichten erweitert wird. Alex erwartet nicht, dass ich in Computersachen professionell oder gar leidenschaftlich werde, sondern freut sich, dass ich leidenschaftlich gerne schreibe und professionell Texte korrigiere. Wenn kein Wunder geschieht, werden wir beide weiterhin ungern putzen, weshalb wir das notwendige Übel auf ein Minimum reduziert und die unliebsamen Tätigkeiten gleichmäßig verteilt haben.
Schöne Bilder für das Zusammenspiel von unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven sind für mich Schiffe und Straßen. Ein Schiff braucht einen mutigen Bug, der in See sticht, ein festes Back-Up um auf Richtung zu bleiben und mobile Segel. Während manche eine Straße verfolgen, weil sie das Reiseziel vor Augen haben, sehen andere die Schönheiten am Wegesrand. Die Funktionstüchtigkeit eines Schiffes und der Reiz einer Straße leben von dem Zusammenspiel verschiedener Teile und Perspektiven.
Ich wünsche dir heute sehende Augen: Die Menschen in deinem Umfeld sind nicht zufällig da, sondern Gott hat sie dir zur Seite gestellt. Damit deine begrenzten Fähigkeiten ergänzt, dein Horizont erweitert und deine Schwächen aufgehoben werden.
Solange ihr in eine Richtung seht. Dann wird der Traum Gottes Wirklichkeit.
„Nun sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer. Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche dich nicht. Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten, und die uns am wenigsten ehrbar erscheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre.… damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen.“ 1. Kor. 12,20ff
„Vater, ich bete, dass sie eins seien, so wie wir.“ Joh. 17,11.
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17. August 2009 







Und wieder ein Beitrag wuerdig eines Andachtsbuches. Mehr dazu was mich an dem Text bewegt hat, schreib ich dir in einer Nachricht auf Facebook. Zu persoenlich fuer die Oeffentlichkeit. ;-)