Die Spuren Gottes

Einer der Tipps von Martin Dreyer um das Feuer für Jesus am Brennen zu halten (veröffentlicht im KB 4/09, S. 18) lautet: Sich an die guten Sachen erinnern und Gott dafür danken. Ich habe mich gefragt: Weshalb ist Dankbarkeit so entscheidend? Kaum ein Psalm kommt ohne einen abschließenden Dank aus, Paulus rät massiv zum Danksagen und auch Jesus-Nachfolger der Gegenwart empfehlen diese altmodisch anmutende Tugend. Ich habe dazu den Akt des Dankens ‚seziert‘ um genauer zu sehen, was beim Danken passiert:

Am Anfang steht die Erfahrung zwischen Gott und Mensch. Dankbar sind wir vor allem dann, wenn wir von Gutem überrascht werden oder wenn unsere Erwartungen übertroffen werden von der Güte und Barmherzigkeit Gottes. Dankbarkeit entwickelt sich, wenn sich der Mensch immer wieder an die Taten Gottes erinnert. Danken ist also ein Erinnerungsakt, der sich auf die erfahrene Liebe Gottes bezieht. Danken ist auch ein Deutungsakt: Ein Widerfahrnis wird als eine persönliche Zuwendung Gottes gedeutet. Eine Erfahrung wird als sichtbare Spur Gottes in unserem Leben erkannt. Das heißt auch, dass andere diese Deutung manchmal nicht nachvollziehen können. Warum? Weil ihnen der Glauben fehlt.

Dankbar sein heißt nämlich einen glaubenden Blick auf das Leben zu werfen. Man könnte auch sagen: Wer dankt, der glaubt. Du glaubst, dass der Anruf einer Freundin kein Zufall, sondern von Gott geschickt ist, du glaubst, dass deine Persönlichkeit und deine Fähigkeiten kein genetischer Unfall, sondern eine Schöpfung des Vaters sind. Der Anfänger dieses Glaubens ist Jesus, er ist das Fundament aller Dankbarkeit: Sein Kommen ist der manifest gewordene Wunsch Gottes sich sichtbar zu machen. Sein Tod ist die manifest gewordene Liebe Gottes. Seine Auferstehung ist der (von über 500 Augenzeugen bezeugte) sichtbare Sieg über Sünde und Tod. Daran ‚entzündet‘ sich Glauben (und Dankbarkeit) im christlichen Sinn. Hier liegt der Ursprung allen Dankens.

Wer zur Dankbarkeit durchdringt, überwindet Zweifel und schärft den Blick für die Spuren Gottes in seinem Leben. Die Aufforderung von Paulus unsere Bitten mit Dank vor den Vater zu bringen, ist zugleich ein seelsorgerlicher Rat: Dankbarkeit ist auf Reichtum, nicht auf Defizit fokussiert. Bei allen Bitten und Klagen, die wir vor Gott bringen dürfen, erinnert Paulus uns daran, die Zeichen der Güte und Liebe Gottes in unserem Leben zu sehen und uns Sein Wirken an uns zu vergegenwärtigen.
Martin schreibt, dass Danken ihn feurig macht. Warum? Weil immer wenn du dich ‚überwindest‘ zu danken, suchst und findest du Spuren Gottes in deinem Leben.

„Seid reichlich dankbar.“ Kol. 2,7
„Wer Dank opfert, der preist mich.“ Ps. 50,23
„Lasst alle eure Bitten mit Danksagung vor Gott kundwerden.!“ Phl. 4,6



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1 Antwort zu “Die Spuren Gottes”

  1. Guter Text, kann ich eigentlich nur “AMEN” zu sagen.

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